Tsitsikamma – Buschfeuer und Wasserfälle

Tsitsikamma – Buschfeuer und Wasserfälle

Nach einem sehr kurzen Aufenthalt in Plettenberg – im Prinzip haben wir hier nur einen Übernachtungsstop eingelegt – ging es nach einem liebevoll zubereiteten Frühstück von der Gastgeberin auch schon wieder weiter in Richtung Tsitsikamma National Park, wo wir wandern wollten. Ach, eine Sache noch: Beim Frühstück erfuhren wir von anderen Hotelgästen, zwei deutschen Mädels, welche dieselbe Strecke gewandert sind, da ss diese ganz schön anspruchsvoll sein soll. Aber wir machten uns da keinen Kopf – schließlich hatten wir schon den Tafelberg bezwungen. 😉
Wir schwangen uns also in unseren Mietwagen und los ging die 45-minütige Fahrt zum Nationalpark.

Hier brennt (leider) der Baum

Während der Autofahrt bot sich ein trauriges Bild: kilometerlang säumten Bäume den Straßenrand, die bis zur Krone hin schwarz waren und an die vergangenen Buschfeuer erinnerten. Teilweise waren auch ganze Täler einfach nur schwarz und selbst die Luft roch noch leicht verbrannt. Das Feuer muss ganz schön gewütet und dabei großen Schaden angerichtet haben. Auch große Teile des Tsitsikamma waren davon betroffen und wir machten uns bereits Sorgen, ob dies auch Auswirkungen auf unsere geplante Wanderung haben würde. Voller Spannung erreichten wir also den Eingang, den wir dann auch nach einiger Wartezeit und Bezahlung der Eintrittsgebühr passieren durften. 

Der Nationalpark

Tsitsikamma bedeutet soviel wie “wasserreicher Platz” in der Sprache der Khoikhoi und der Name kommt nicht von ungefähr. Der Nationalpark war bis 2009 ein eigenständiger Nationalpark und ging dann in den Garden-Route-Nationalpark über. Ursprünglich erstreckte sich das Gebiet über fast 100 km entlang der Küste zwischen Kap St. Francis und Plettenberg Bay. Bekannt ist der Park für seine vielfältige Vegetation und artenreiche Vogelwelt. Aber auch andere Tiere wie Delfine, Wale, Otter oder auch Antilopen und Affen finden hier ihr Zuhause. 

Wenn nicht jetzt, wandern?

Es konnte also losgehen. Und wir auch 😉 Wir hatten uns als Wanderroute den Waterfall Trail ausgesucht, eine  Route, die am Meer entlang ging und dessen Ziel, wie der Name schon sagt, ein wunderschöner Wasserfall war . Dabei gab es nur ein kleines Problem: Der Eingang zu diesem Wanderweg war gar nicht mal so einfach zu finden. Und wir kamen natürlich erst auf die Idee, jemanden zu fragen, nachdem wir schon einen halben Kilometer in die falsche Richtung gelaufen waren. Naja, einen weiteren kleinen Wasserfall haben wir dadurch immerhin auch sehen dürfen. Nachdem man uns also den richtigen Weg erklärt hatte, war das Finden des erwähnten ominösen Eingangs plötzlich auch gar nicht mal so schwer und die eigentliche Wanderung konnte beginnen. 

Der Schwierigkeitsgrad steigt

Anfangs ging es noch gemütlich und ziemlich eben über einen Wanderpfad durch Baumgruppen und Felder, während sich links von uns immer wieder ein herrlicher Blick auf den Ozean bot. Die Küste war von rauen Felsen durchzogen und auch der Meeresboden muss ziemlich uneben gewesen sein, was dazu führte, dass immer wieder große Wellen an den Felsen brandeten und fontänenartig nach oben schossen. Nach einigen Biegungen und einem längeren Stück durch eine Art Wald standen wir plötzlich an der Küste, nur noch durch einige Felsen vom Meer getrennt. Von einem gemütlichen Wanderweg war keine Spur mehr. Pfoten, die auf die Felsen gemalt waren, deuteten uns den Weg: Von hier aus musste von Stein zu Stein geklettert und gesprungen werden, wollte man das Ziel erreichen. Während sich diese Passagen noch anfangs mit engen und steilen Wegen etwas abseits der Küste abwechselten, war das letzte Stück nur noch durch Klettern über Felsen erreichbar. 

Ein lohnendes Ziel

Und eins können wir euch sagen: Der Wasserfall ließ ganz schön lange auf sich warten. Immer wieder konnte man ihn hören, wenn man kurz still innehielt. Wir hofften dann, dass wir ihn hinter der nächsten Biegung sehen würde, aber Fehlanzeige. Die Strecke zog sich ganz schön hin und nun wussten wir, was die Mädels am Frühstückstisch mit „anstrengend“ gemeint hatten. Knapp 3 km mussten auf den Felsen zurückgelegt werden, aber endlich hatten wir es geschafft. Es gab sie doch noch, die letzte Biegung und der Wasserfall ergoss sich vor uns in voller Pracht. Die Mühe hatte sich gelohnt, denn der Anblick war wirklich beeindruckend. Vor uns der Wasserfall, der zig Regenbögen zauberte und die unmittelbare Umgebung in seinen Sprühnebel eintauchte und hinter uns das Meer, das an die Felsen schlug. Ein schöner Ort, um die Natur zu geniessen und darüber zu staunen wie vielfältig und imposant Gott diese geschaffen hat – Wenn sein Werk schon so eindrucksvoll und kräftig ist, wie groß muss dann erst dessen Schöpfer sein?

Der Rückweg

Nachdem wir die Zeit damit verbracht hatten, uns auszuruhen, Fotos zu machen und unseren mitgeschleppten Proviant zu vernichten, ging es dann wieder in Richtung Auto. Der Wanderweg war kein Round-Trip sodass wir wieder exakt denselben Weg zurückgehen mussten. Dieser gestaltete sich dann nicht ganz so einfach, da sich die Anstrengungen bemerkbar machten und jeder Schritt schwerer wurde. Wir wollten aber auf keinen Fall zu den „unfit hikers“ (siehe Bild mit Schild) gehören und ließen uns natürlich überhaupt nichts anmerken:-) So überwältigten wir auch den Rückweg und konnten zufrieden auf einen erfolgreichen Tag zurückblicken. Für den Rest des Tages stand dann nur noch ein Ziel auf dem Programm: Die Fahrt nach Jeffreys Bay. 

Veröffentlicht am: 10. Dezember 2018 von: Toli

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