Kolumbien – Erfahrungsbericht & Tipps

Kolumbien – Erfahrungsbericht & Tipps

Genau 31 Tage haben wir in Kolumbien verbracht. In dieser Zeit haben wir natürlich einiges erlebt und möchten euch mit diesem Beitrag einen kleinen Überblick, sowie Hintergrundinfos über das Land geben und euch außerdem unsere persönlichen Highlights vorstellen.

Geographische Lage und Klima

Kolumbien befindet sich im Norden des Südamerikanischen Kontinents. Der Äquator durchquert den Süden Kolumbiens. Durch seine Größe von über 1,1 Mio km² (fast 4 mal so groß wie Deutschland) herrschen in dem Land sehr unterschiedliche klimatische Bedingungen. Sie reichen von tiefstem Amazonas-Dschungel im Süden über bergige Ausläufer der Anden in der Mitte bis hin zur karibischen Küste im Norden des Landes. Entsprechend unterschiedlich ist das Klima. Dadurch, dass Kolumbien am Äquator liegt, gibt es keine  „richtigen“ Jahreszeiten. Die Kolumbianer sagen, sie hätten nur Sommer und Winter, der Unterschied liegt lediglich in der Menge des Regens, im Sommer ist Regenzeit, im Winter Trockenzeit. Wir waren in der kolumbianischen Trockenzeit unterwegs und hatten extrem unterschiedliche Bedingungen.

Bogotá/ Zentral

In Bogotá herrscht ein recht mildes Klima. Trotz seiner Lage auf über 2600m üNN sind es tagsüber meist um die 20 Grad Celsius – nachts sind die Temperaturen einstellig. Morgens und abends ist es relativ kühl und man kann an einem einzigen Tag vier Jahreszeiten erleben, daher ist es immer empfehlenswert, mehrere Schichten anzuziehen.

Kaffeeregion rund um Salento/Zentral

Die Gegend um Salento/Pereira liegt in den Ausläufern der Anden, es kann sehr warm und schwül werden, Temperaturen über 30 Grad werden regelmäßig erreicht, nachts kühlt es jedoch deutlich  ab. Es fällt viel Regen und die Berge sind von Regenwald bedeckt.

Karibischer Norden

Im Norden herrscht warmes, karibisches Wetter. Ganzjährig werden Temperaturen über 30 Grad erreicht. Es ist schwül und auch nachts bleiben die Temperaturen tropisch. 

Dschungel im Süden

Der Süden im Dreiländereck mit Peru und Brasilien ist vom Regenwald und dem Amazonas geprägt. Dementsprechend findet man dort immer hohe Temperaturen in Kombination mit einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit und sehr viel Regen.

Westen

Der Westen grenzt an den Pazifik und weist ein raueres, aber auch trockeneres Klima vor. Es wird nicht ganz so heiß und auch nicht so schwül wie in den meisten anderen Gebieten. 

Mentalität und Kultur

Über die kolumbianische Kultur wussten wir recht wenig und persönlich kannten wir auch keine Kolumbianer und gingen somit völlig unvoreingenommen in dieses Abenteuer. Und wir wurden wirklich überrascht. Ausschließlich positiv. Wir sind selten so hilfsbereiten und freundlichen Menschen begegnet. Die erste Begegnung war unser Fahrer zum Hotel. Mit einem recht mulmigen Gefühl sind wir in sein Auto gestiegen, da man doch die ein oder andere Horror Geschichte im Kopf hat. Das witzigste ist ja, dass die Leute selber nie da waren, aber schon seeeehr viel gehört haben. Und eigentlich will man sich gar nicht durch sowas beeinflussen lassen, aber es passiert doch. Kennt ihr das? Wir versuchen das so gut es geht auszublenden und auf unser Bauchgefühl zu hören.

Wir also ins Auto und was passierte? Er erzählte uns alles über seine Stadt, zeigte uns Sehenswürdigkeiten und gab uns viele Tipps für unsere weitere Reise. Er half uns bis in unsere AirBnB Wohnung und war der freundlichste Fahrer, dem auf der ganzen Reise bis dahin begegnet waren. Das coolste war, er sprach recht gut Englisch, aber das täuschte, bis auf ihn und die Leute der Sprachschule trafen wir keinen mehr, der so gut Englisch konnte. Aber die Freundlichkeit zog sich wie ein roter Faden durch unsere Besuch in Kolumbien.

In den Großstädten war Kolumbien überraschend modern und westlich, in Bogotá konnte man alles bekommen, was man suchte, es gab die meisten der europäischen Marken und Geschäfte und die Bevölkerung war sehr modern. In ländlichen Gegenden dagegen war es sehr traditionell und konservativ.

Zwei Monas unterwegs

Auf der Straße waren wir absolute Exoten. Monas eben, so werden Blonde, vorwiegend Frauen, in Kolumbien genannt. Oft waren wir weit und breit die einzigen hellhäutigen Menschen und sind aufgefallen, dennoch wurden wir selten misstrauisch beäugt, sondern stets neugierig und freundlich. Die größte Barriere stellte die Sprache dar. Wenige Kolumbianer können Englisch. Ohne den Sprachkurs am Anfang wären wir vermutlich ganz schön aufgeschmissen und in der ein oder anderen Situation verloren gewesen. Besonders die große Hilfsbereitschaft hat uns überzeugt. Ein Straßenverkäufer hat uns zum Beispiel seine Ware angeboten, wir haben dankend abgelehnt. Doch anstatt unfreundlich zu reagieren oder penetrant zu werden, fragte er uns, ob wir zurecht kommen und schaute, dass wir auch richtig unterwegs waren, wir standen nämlich grade an der Bushaltestelle und dort kann es durchaus kompliziert werden.

Familienmenschen

Die Familie hat einen sehr hohen Stellenwert in Kolumbien, trifft sich oft und ist eng verbunden. Das Land ist stark katholisch geprägt und insbesondere die Feiertage werden mit der Familie verbracht. Es wird zusammen gegessen, gesungen, viel geredet und gelacht. Traditionen spielen dabei eine wichtige Rolle und werden intensiv gepflegt und weitergegeben. Kinder werden sehr geschätzt und von allen verhätschelt und verwöhnt. Auf der Novena, der wir beiwohnen durften (siehe dieser Beitrag), hatten die Kinder ihren eigenen Auftritt und wurden reich beschenkt. Wir waren auch sehr überrascht, dass die Kinder, bevor der Abend vorbei war, nochmal zu uns kamen und sich bedankten und uns umarmten um Tschüss zu sagen.

Musik und Tanz

Die Kolumbianer sind ziemlich laute und feierfreudige Zeitgenossen. Tanz und Musik sind feste Bestandteile der Kultur. Auf die Frage, wie man sich denn in Kolumbien typischerweise kennenlernt oder datet, kam ganz selbstverständlich folgende Antwort. Als junger Mann lernt man erstmal tanzen, dann fordert man im Klub das Mädchen seiner Wahl zum Tanzen auf und dann schaut man weiter. Dabei sind die Kolumbianer sehr vielfältig unterwegs, Merengue, Rumba, Salsa und Reggaeton sind nur einige der Tanzstile und Musikrichtungen die uns dort begegneten. Dabei sind es nicht nur eine Richtung oder ein Stil, sondern auch Lebensgefühl (siehe Beitrag über den Taxifahrer).

Wir fanden das Eintauchen in die Kultur in Kolumbien sehr spannend und haben es sehr genossen neue Menschen kennen zu lernen. Im Fazit müssen wir aber sagen, dass wir das Land landschaftlich sehr viel beeindruckender fanden, als kulturell. Die Städte, bis auf Cartagena, waren uns oft zu laut und das Chaos hat uns viel Kraft gekostet, aber die Nationalparks waren eine Oase der Ruhe und Erholung, von uns favorisiert und unbedingt sehenswert.

Reisesicherheit

Im Vorfeld unserer Reise wurden wir immer wieder mit der Frage konfrontiert: Ist es nicht gefährlich, nach Kolumbien zu reisen? Selbst die Südafrikaner waren besorgt ob unserer Wahl. Wir hatten erstaunlicherweise mehr Sorge davor in Brasilien ausgeraubt zu werden (im übrigen auch völlig unbegründet), als vor irgendwelchen Schwierigkeiten in Kolumbien und wir können Gott sei dank von keinerlei Zwischenfällen berichten. 

Wir können uns lediglich an eine kleine Situation am späten Abend in etwas verlassenen Gassen erinnern in der wir uns unwohl oder unsicher fühlten, ansonsten ist Kolumbien unserer Erfahrung nach sehr sicher zu bereisen. Wie bereits im Beitrag zu Bogotá erwähnt, gab es seit einigen Jahren keine Übergriffe mehr auf Touristen, Anschläge erfolgen gezielt auf politische Einrichtungen, was es nicht besser macht, aber ein recht sicheres Reisen ermöglicht. Korruption und Drogengeschäfte sind nach wie vor an der Tagesordnung und eine Besserung ist nicht in Sicht.

Zusammenfassend können wir, wie in Südafrika, sagen, dass es in den meisten Fällen völlig ausreicht, den gesunden Menschenverstand und das Bauchgefühl einzusetzen um Gefahrensituationen im Vorfeld aus dem Wege zu gehen. Hat sich einer von uns aus irgendeinem Grund nicht wohlgefühlt sind wir einfach umgedreht und haben etwas anderes gemacht.

Zahlungsmittel und -verhalten

Die Währung ist der kolumbianische Peso und der Wechselkurs beträgt aktuell (Dezember 2018) 1:3.650. Ein Euro entspricht somit 3.650 COP.

Geldautomaten haben wir in jeder Stadt gefunden, wir haben mit der Barclaycard kostenlos abgehoben, die Bank BBVA erhebt im übrigen auch keine Fremdgebühren. Kreditkarten werden in größeren Geschäften eigentlich immer akzeptiert, aber für Imbissbuden und ähnliches braucht man unbedingt Bargeld. Wir haben sehr viel in bar bezahlt, auch den Busfahrer oder das Taxi kann man nur in bar bezahlen, selbst die Hotels mussten wir oft in bar zahlen. Daher empfiehlt es sich immer ausreichend Bargeld bei sich zu haben.

Restaurants

In Restaurants gilt der übliche Trinkgeldsatz von 10%. Wir haben festgestellt, dass es oft günstiger ist, Essen zu gehen, als selber zu kochen, da die Preise für Lebensmittel ungefähr dem europäischen Niveau entsprechen, während die Imbissbuden deutlich drunter liegen. Restaurants hingegen sind nur ein bisschen günstiger. Insgesamt sind die Dienstleistungen verhältnismäßig günstig. Für eine Mani- und Pediküre habe ich insgesamt 10 Euro bezahlt, dasselbe hat Toli für den Schnitt der Haare und des Bartes gezahlt.

Unsere Strategie war, möglichst viel per Kreditkarte zu bezahlen, um nachher einen besseren Überblick über die Ausgaben zu haben. Hier muss aber darauf geachtet werden, ob die eingesetzte Kreditkarte Auslandseinsatzgebühren erhebt, oder der Einsatz kostenfrei ist.

Unsere 10 Highlights in Kolumbien

1. Valle de Cocora

Die Wanderung durch das Tal der Wachspalmen gehört zu den schönsten Wanderungen unserer Weltreise und ist absolut empfehlenswert. Fünf Stunden durch grüne Natur in ihrer schönsten Form, Details findet ihr in unserem Blogbeitrag zum Valle de Cocora.


2. Besuch einer Kaffeefarm

Ein absolutes Muss in Kolumbien. Und die familiengeführte Farm Café Morrones können wir nur empfehlen. Auch dazu haben wir einen Blogbeitrag geschrieben, den ihr hier findet.


3. Monserate

Ich (Elli) bin zwar fast gestorben beim Aufstieg, aber die Aussicht ist der Hammer und entschädigt für alle Mühe. Für mehr Details klickt hier.


4. Tayrona Park

Ein großer Nationalpark direkt am Strand, tolle Natur und schöne Wanderungen. Du bist neugierig geworden? Unsere Erlebnisse haben wir in diesem Blogbeitrag geschildert.


5. Geschichtliche Stadtführung in Cartagena

Die Geschichte von Cartagena ist einfach zu spannend. Leider haben wir keinen richtig guten Film darüber gefunden. Sie ist auf jeden Fall filmreif. Mehr dazu haben wir hier geschrieben.


6. Spanisch Kurs

Tja, nicht jeder hat Spaß an Sprachen, aber ohne den Kurs wäre es ganz schön kompliziert geworden. Und als schönes Gimmick hatte man in der Novena Luenga die Möglichkeit an vielen kulturellen Angeboten wie Koch- und Tanzkursen oder geführten Ausflügen oder Feiern teilzunehmen. Unsere Erlebnisse zu diesem Thema haben wir hier festgehalten.


7. Salento

Ein kleines süßes und verschlafenes Örtchen, aber absolut sehenswert. In unserem Blogbeitrag zum Valle de Cocora gehen wir auch darauf etwas genauer ein.


8. Rollertour San Andres

Ein Gefühl von Freiheit kommt auf. Der Wind weht einem um die Nase, denn einen Helm gibt es auf der Insel nicht, und man düst am Meer entlang und kann an einem Tag die Insel umrunden. Du willst mehr über die karibische Insel und unsere Erlebnisse dort erfahren? Dann bist du hier genau richtig.


9. Kitesurfen in Barranquilla

Gerade für Anfänger der perfekt Ort und David und sein Team von Kiyakitesurf sind super und bezahlbar. Wenn ihr mit ihm Kontakt aufnehmen wollt, dann gehts hier lang zur Website. Bestellt ihm dann aber bitte schöne Grüße von uns, solltet ihr bei ihm eine Lesson buchen 😉

Kiten in Barranquilla

10. La Regatta San Andres

Zum Schluss noch ein kulinarisches Highlight. Der beste Fisch, den wir je gegessen haben. Wenn man den Abstecher nach San Andres macht, ein MUSS, aber unbedingt vorher reservieren. Mehr Fotos und einen Erfahrungsbericht dazu findet ihr in unserem Blogbeitrag zu San Andres.

Veröffentlicht am: 15. März 2019 von: Elli

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