Cartagena – Geschichte hautnah

Cartagena – Geschichte hautnah

Von Santa Marta ging es für uns mit dem Bus nach Barranquilla. Dort wollten wir ein paar Tage entspannen, am Blog und an unseren Kitesurfskills arbeiten. Mit dem gleichen Transportmittel fuhren wir anschließend, in die wohl bekannteste Stadt Kolumbiens, Cartagena. Eine Stadt voller Geschichte. Die vorhandene Architektur und die Monumente, erzählen bis heute von selbiger. Doch bevor wir dich mit in die engen und bunten Gassen Cartagenas nehmen, möchten wir einen kurzen Zwischenbericht über unseren Kitesurf-Werdegang geben.

Kitesurfen, Freiheit auf Brettern

Wir hatten bereits im Bericht über Muizenberg von unseren Anfängen des Kitesurfens berichtet. In Barranquilla ging es nun darum möglichst wieder dort anzuknüpfen, wo wir aufgehört hatten. Zu den jeweils 6h in Muizenberg buchten wir 5 gemeinsame Stunden dazu. Bei Kiyakitesurf nahm sich David unser an. Ein wirklich guter und ruhiger Lehrer, der genau sah, woran man noch arbeiten muss. Die Schule surft am perfekten Spot zum lernen. Eine ruhige Lagune mit meist stehtiefem Wasser. In Muizenberg haben wir in wilden Wellen gelernt, was viel anstrengender und herausfordernder war. Dank des ruhigen Wassers konnten wir uns nun mehr auf den Kite und das Board konzentrieren. Deshalb kamen wir auch gut voran und Toli konnte bald in beide Richtungen fahren, noch wackelig, aber immerhin. In Cartagena haben wir nochmal jeweils 3h Unterricht genommen und Toli fährt inzwischen recht sicher in beide Richtungen und ich kann den Wasserstart und die ersten 10 Meter Kiten. Wir bleiben dran…
Aber nun zu Cartagena.



Cartagena

Wir verbinden ein Lied von Migente mit dem Ort; „Welcome to Cartagena“. Bei unseren Recherchen sind wir auf dieses Lied gestoßen und haben auf unserer Reise durch Kolumbien immer wieder daran gedacht. Dieses Lied drückt ziemlich genau aus, was wir vorgefunden haben. Eine sehr fröhliche und bunte Stadt. Enge Gassen in der Innenstadt, mit kleinen Boutiquen und gemütlichen Cafés versehen. An den Plätzen bieten Händler ihre Waren an und Straßenkünstler suchen Bewunderer für ihr Können. Besonders am Abend, wenn es kühler wird, lebt die Stadt auf. Immer wieder sind wir Rappern begegnet und jedes mal mussten wir wieder an das Lied denken. Die Stadt ist geprägt von vielen verschiedenen kulturellen Einflüssen, denn nach der Entdeckung Amerikas durch Christopher Kolumbus wurde Cartagena 1533 durch den Spanier Pedro de Heredia gegründet.


Perle „Indiens“

Sie wuchs aufgrund ihres großen Hafens und dem florierenden Handel schnell zu einer glanz- und bedeutungsvollen Stadt heran. Ihren Namen hat die Stadt der gleichnamigen spanischen Stadt zu verdanken. Um die Städte zu unterscheiden bekam sie einen Zusatz: Cartagena de Indias ist der bis heute gültige und korrekte Name der Stadt. Kolumbus hatte bei seiner Entdeckung angenommen einen Seeweg nach Indien gefunden zu haben, daher stammt dieser Zusatz. In Cartagena wurden viele Erzeugnisse Südamerikas verkauft, verschifft und nach Europa gebracht. Wegen der hohen Goldvorkommen im Kontinent war Cartagena schnell zu großem Reichtum gelangt und aufgrund der geographisch guten Lage zu einem der wichtigsten Häfen der neuen Welt geworden, sie wurde als Perle des neuen Indiens bezeichnet.


Reiche Leben gefährlich 

Reichtum hat aber nicht nur Sonnenseiten. Schnell sprach es sich herum, dass man in Cartagena reiche Beute machen könne und so wurde die Stadt oft angegriffen, zum einen von Piraten, aber auch von Eroberern, die im staatlichen Dienste unterwegs waren. Nach einem besonders brutalen und niederschmetternden Übergriff durch den bekannten Piraten Francis Drake begann man mit der Planung und Errichtung der bis heute existierenden Stadtmauer und der Festung San Felipe. Kirchen und andere Gebäude wurden ebenfalls Wehrbauten gleich erbaut. Fun Fact: Schau dir das zweite Foto ganz genau an, eine Idee, aus welchem Material die Mauer gebaut wurde?
Im 18. Jahrhundert konnten so gleich zwei heftige Angriffe erfolgreich abgewehrt werden und die Stadt galt zeitweise als unbesiegbar. Für den Mauerbau wurden viele afrikanische Sklaven eingesetzt. Die Nachkommen selbiger leben bis heute rund um Cartagena und haben ihre eigene Kultur geschaffen und die Geschichte der Stadt ebenfalls geprägt.


Auf Entdeckungstour

Woher wir das alles wissen? Wir haben gleich am ersten Tag eine Free-Walking Tour gemacht, diese können wir zwar nicht weiterempfehlen, aber unser Interesse war geweckt. Die Geschichte war für uns so spannend, dass wir am Abend im Hotel eben recherchierten. Doch das faszinierendste ist, dass man durch die Gassen laufen und die Geschichte förmlich anfassen kann. Viele Gebäude sind aus dem 17. Jh. und haben teilweise noch die Relikte aus jenen Zeiten. Oft konnte man an der Türverzierung erkennen wer in den Häusern lebte und welchen Stand diese Familie in der Gesellschaft genoss. Da die Gassen sehr eng und ein Labyrinth aus Einbahnstraßen sind, gibt es nur wenige Autos, dafür umso mehr Pferde mit Kutschen. Man fühlte sich echt in frühere Zeiten zurückversetzt. Dank des gut gelegenen Hotels (Hotel Portal de San Diego, absolute Empfehlung unsererseits), waren wir gleich in der Innenstadt und konnten alles zu Fuß erreichen. Nur zum Kiten brauchten wir ein Taxi.


Einfach treiben lassen

Wir sind oft durch die Straßen gelaufen und haben einfach die Geschichten, die diese uns erzählten, genossen. Oder wir sind die Stadtmauer entlang flaniert, haben den Sonnenuntergang angeschaut und uns immer wieder verliebt, in die Stadt, das Leben und in uns. Abends haben wir uns durch die Restaurants der Stadt probiert. Am ersten Abend waren wir am Plaza de la Santisima Trinidad und haben an einem Straßenstand den besten Hot Dog unseres Lebens erhalten. Auch das tradtionelle Cheviche, ein kaltes Fischgericht, haben wir probiert – so gar nicht unser Ding. Den optisch größten Eindruck hat die Bar „KGB“ hinterlassen. Der Name war Programm, alles war mit Relikten aus der ehemaligen UDSSR eingerichtet, auf den Fernsehern flimmerten russische Militärparaden und auch die Musik war russisch. Ziemlich verrückt, aber sehr witzig.


Adiós Colombia

So schnell ist ein Monat vergangen. Cartagena war unsere letzte Station in Kolumbien und wir blicken auf eine sehr spannende Zeit in einem wirklich wunderschönen Land zurück. Am Nachmittag bestellten wir unser letztes Taxi und wir sagten Adiós Cartagena. Ein letztes mal unterhielten wir uns auf gebrochenem Spanisch mit dem Taxifahrer und die letzten Kolumbianischen Pesos wanderten aus dem Portmonee. Wir hatten eine schöne Zeit und blicken gerne zurück. Gleichzeitig freuten wir uns schon auf unser nächstes Ziel, Florida. Ein Stück Heimat für uns.

Veröffentlicht am: 26. Februar 2019 von: Elli

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